Kultur & Geschichte

Kalabriens Geschichte ist so reich, es gibt unzählige Begebenheiten, die es wert sind erzählt zu werden, dafür bräuchte man ein ganzes Buch. An dieser Stelle soll jedoch nur ein kurzer Überblick gegeben werden um den Rahmen nicht zu sprengen.

 

Bereits in der Steinzeit war Kalabrien besiedelt. Dies bezeugen Fundstücke und Wandmalereien, welche in einer Höhle in Praia a Mare (Nordkalabrien) entdeckt wurden. Weitere Funde bei Roccella Ionica oder auch Vibo Valentia aus der Eisenzeit sind nun im Museo Nazionale dell Magna Grecia in Reggio Calabria ausgestellt.

 

Im 8. Jahrhundert vor Christus kamen dann die ersten Griechen nach Kalabrien, vorrangig natürlich an die Ionische Küste und gründeten ihre Kolonien. Mit dieser Besiedlung wurden die Einheimischen, welche Lucani und Brutti genannt wurden, ins Landesinnere verdrängt. Wichtige Städte, welche damals nach ihrer Gründung reich und angesehen wurden, waren Rhegion (Reggio Calabria), Kroton (Crotone), Locri Epizephyrii (Locri), Metauros (Gioia Tauro) e Sybaris (Sibari). Aufgrund ihrer enormen Blüte, die teilweise sogar das Mutterland Griechenland überstrahlte, erhielten die Kolonien den gemeinsamen Begriff „Magna Grecia“. Untereinander waren sich die Städte jedoch nicht immer so einig, es existierte ein Machtkampf zwischen den drei größeren Regionen um Rhegion, Locri und Kroton, aufgrunddessen sich die Kolonien gegenseitig schwächten. So kam es, dass sich einerseits die Brutti und Lucani, aber auch die Römer Kalabrien im 3. Jahrhundert v. Chr. (zurück) eroberten und die Magna Grecia verfiel. Nach der vollständigen Unterwerfung der Region durch die Römer bekam sie den Namen Regio III Lucania et Bruttii.

 

Nach dem Verfall des römischen Reiches fiel Kalabrien vom 6. bis ins 11. Jahrhundert unter die Herrschaft der Byzantiner, wobei es jedoch ständig von Kriegen gebeutelt wurde, da auch die Goten (siehe König Alarich -> Cosenza) versuchten die Region einzunehmen. Zudem wurde sie auch von den Arabern bedroht und geplündert, große Teile der weiten Wälder wurden abgeholzt und es entstanden Moore, die wiederum der Malaria zur Verbreitung halfen. Durch die fortwährenden Angriff entlang der Küste wurde die Bevölkerung immer weiter ins Hinterland getrieben. In dieser Zeit wurde auch der Name Kalabrien, welcher zunächst den Stiefelabsatz (das heutige Apulien) bezeichnete, auf die heutige Region übertragen.

 

Um 1053 endlich übernahmen die Normannen das schlimm zugerichtete Kalabrien und brachten einen Aufschwung, sowohl in wirtschaflticher als auch religiöser Sicht. Die Normannen, das waren zunächst Roberto, der Herzog von Kalabrien, und Ruggero, Graf von Kalabrien. Sie ernannten Reggio zur Hauptstadt des Herzogtums, Cosenza wurde Hauptstadt des Val di Crati und Ruggero II. erbaute auf den Ruinen der Sarazenenburg das Kastell.

 

Im 14. Jahrhundert triumphierten die Anjou und fast zeitgleich auch die Aragonier über die Normannen, sodass Kalabrien in deren Hände fiel. Dies hatte einen erneuten Verfall zur Folge, da die Königshäuser nicht stark genug waren die Region zu regieren und einige Familien begannen die Macht regelrecht an sich zu reißen (Ruffo in Scilla, De Balzo, …). Die Bevölkerung wurde dadurch mehr oder weniger unterdrückt, was zu Räubereien und Revolten führte, jedoch in keinster Weise zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung Kalabriens beitrug.

 

Unter den Bourbonen im 18. Jahrhundert wurde es ein bisschen besser, da feudale Privilegien beendet und die Güter verkauft wurden. Mit dem Erlös sollte die kalabresische Wirtschaft angekurbelt werden, was jedoch nur bedingt gelang. Als 1861 Garibaldi einmarschierte und die Region damit Teil des Königreichs von Italien wurde, begrüßte die Bevölkerung dies zum Teil. Die Hoffnung auf einen Aufschwung erfüllte sich jedoch nicht. Stattdessen kam es zu Räubereien und die Region war und blieb sehr arm und viele Bewohner (fast jeder dritte!) wanderten aus um ihr Glück anderswo zu suchen. Diese Massenemigration hielt bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts an.

 

Nach der Diktatur Mussolinis (1922 – 1943) und dem zweiten Weltkrieg  wurde Italien im Jahre 1946 eine Republik und Kalabrien eine italienische Region. 


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